Das Ende der Eisenzeit
Das Kraftwerk 50plus wird das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeit werden. Vor dem Hintergrund der Klimaschutzdiskussion wollen wir einen Beitrag leisten, Technologien zu entwickeln, um in relevantem Umfang CO2-Emissionen einzusparen. Dabei ist der enorme Wirkungsgradsprung von 45 Prozent (Status der aktuellen modernen Kraftwerksneubauten) auf über 50 Prozent das Ergebnis vieler Einzelmaßnahmen.
Wesentlich hierfür ist die Steigerung der Dampftemperatur auf über 700 Grad Celsius und des Dampfdrucks auf mindestens 350 bar am Turbineneintritt (700-Grad-Technologie). Hierzu sind sog. Nickelbasis-Werkstoffe notwendig. Das sind neuartige Werkstoffe, die überwiegend aus Nickel bestehen und fast kein Eisen mehr enthalten. Diese Werkstoffe werden im Wasser-Dampfkreislauf da eingesetzt, wo die Temperaturen größer 600 Grad Celsius sind und verdrängen herkömmliche Werkstoffe auf Eisenbasis. Das ist insbesondere im Dampferzeuger, im Dampfleitungssystem und in der Turbine der Fall. Zusätzliche Optimierungen im Prozess (z.B. Wärmerückgewinnung) sind ein weiterer wichtiger Bestandteil zum Erreichen des Wirkungsgradziels.
Im Projekt COMTES700 im Steinkohlekraftwerk Scholven werden derzeit die Komponenten aus den innovativen Werkstoffen getestet, die bereits einer Dampftemperatur von 700° C standhalten. Diese Testanlage hat wertvolle Kenntnisse geliefert. Sie ist mehr als 20.000 Betriebsstunden im Einsatz.
Dieses durch EU-Mittel geförderte Gemeinschaftsprojekt mit anderen Energieversorgungsunternehmen stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Demonstrationskraftwerk dar.