Ersatzbrennstoffe
Neue Energie aus Klärschlamm und Tiermehl - Funktioniert das?
Bei uns schon. Denn nicht nur Kohle, Gas und Öl lassen sich im Dampferzeuger verbrennen. Wir machen auch Strom aus Klärschlamm und Tiermehl. Wie? Ganz einfach: Wir mischen die eingesetzte normale Kohle mit einer geringen Menge so genannter Ersatzbrennstoffe wie z.B. Klärschlamm. Auf diese Weise sparen wir nicht nur den wertvollen Primärenergieträger Kohle ein, sondern wir vermindern gleichzeitig auch den Kohlendioxid-Ausstoß. Zudem lösen wir gleichzeitig das Problem, diese Stoffe sinnvoll zu nutzen.
Die Situation
Die in Kläranlagen anfallenden Klärschlämme müssen umweltverträglich, wirtschaftlich und sicher entsorgt werden. Für den Einsatz in der Landwirtschaft wird die Akzeptanz in der Bevölkerung zunehmend geringer, da die im Klärschlamm enthaltenen Schadstoffe in die Nahrungskette gelangen können.
Die Möglichkeiten
Die Alternative liegt in der Verbrennung, denn sie erfüllt die Kriterien einer umweltverträglichen und wirtschaftlichen Entsorgung. Die im Klärschlamm enthaltenen organischen Schadstoffe werden hierbei in Energie umgewandelt. Ausschließlich Klärschlamm zu verbrennen, ist jedoch sehr teuer. Wirtschaftlicher ist es dagegen, den Klärschlamm in Kohlekraftwerken mitzuverbrennen. Sie müssen lediglich um die Komponenten für die Annahme, Lagerung und Förderung des Klärschlamms ergänzt werden.
Der Umwelt zuliebe
Die Mitverbrennung ist ein umweltfreundlicher Weg.
- Die im Klärschlamm enthaltenen organischen Schadstoffe, unter anderem auch Dioxine und Furane, werden bei der Verbrennung mit Temperaturen über 1.000 Grad vollständig zerstört.
- Anorganische Schadstoffe wie Schwermetalle werden zum überwiegenden Teil in die Aschen der verbrannten Kohle gebunden, so dass sie nicht mehr in die Nahrungskette gelangen können.
- Die Asche und der bei der Rauchgasreinigung entstehende Gips werden in der Baustoffindustrie unter Berücksichtigung strenger Qualitätskriterien als Wertstoffe verwendet.
- Die Rauchgasreinigungsanlagen werden von neutralen Gutachtern regelmäßig kontrolliert und halten die für die Mitverbrennung strengen Grenzwerte der 17. Bundesimmissions-schutzverordnung ein.
- Ein weiterer Pluspunkt für die Umwelt: Durch den Einsatz des Klärschlamms und anderer Ersatzbrennstoffe wird weniger Kohle benötigt - der CO2-Ausstoß reduziert sich.
Klärschlamm-Mitverbrennung bei E.ON Kraftwerke
Ersatzbrennstoffe beschafft E.ON Kraftwerke nicht nur für eigene, sondern auch für fremde Kraftwerke - europaweit. Seit vielen Jahren engagiert sich unser Unternehmen in diesem Bereich. Klärschlamm hat dabei die größte Bedeutung. Aber auch Tiermehl und Papierschlämme werden eingesetzt. Wir prüfen ständig den Einsatz weiterer Ersatzbrennstoffe und den Ausbau weiterer Kraftwerkskapazitäten, vor allem für die Mitverbrennung von Klärschlamm.
Für die Kläranlagenbetreiber bieten wir individuelle und maßgeschneiderte Dienstleistungspakete - unabhängig davon, ob es sich um kommunalen oder industriellen Klärschlamm handelt, ob dieser getrocknet, teilgetrocknet oder entwässert, belastet oder unbelastet ist. Eine ganzjährige Entsorgung, auch langfristig, ist auf jeden Fall gewährleistet. Denn bei E.ON Kraftwerke steht eine Vielzahl an Kraftwerken für die Mitverbrennung zur Verfügung.
Der eigens eingerichtete Bereich Ersatzbrennstoffe zeigt die Bedeutung innerhalb des Unternehmens.